
Dieses Projekt wurde im Jahr 1997 ins Leben gerufen von einem mexikanisch-amerikanischen Ehepaar mit der Vision, armen Menschen in entlegenen Gebieten praktisch in vielen Lebensbereichen zu helfen,
um ein besseres Leben führen zu können.
Bochachica ist ein Inseldorf auf der Insel Tierra Bomba, vor der Küstenstadt Cartagena an der Nordküste Kolumbiens gelegen.
Dort wohnen etwa 12000 hauptsächlich dunkelhäutige Menschen, die die Nachkommen von den Spaniern eingeführten Sklaven sind. Davon sind mehr als die Hälfte Kinder unter 15 Jahren.
Die Lebensverhältnisse in Bocachica sind zum Teil sehr primitiv, Strom gibt es erst seit etwa 12 Jahren und das Süßwasser muss speziell mit einem Tankboot auf die Insel gebracht werden, welches an verschiedenen Stellen verkauft wird. Auch gibt es keine ausreichende medezinische Versorgung. Die Menschen leben hauptsächlich vom Fischfang und Handarbeit, Tourismus gibt es nur wenig.
Aufgrund seiner Lage war Bocachica ein sehr wichtiger strategischer Punkt, wo die Spanier drei Festungsanlagen erbauen ließen zum Schutz vor Angriffen auf die damals so wichtige Handelstadt Cartagena durch die Engländer, Franzosen und Piraten. Diese festungsanlagen sind noch sehr gut erhalten und kann man noch heute besichtigen.
Die Geschichte des Projekts
Anfang des Jahres 1997 kamen die Leiter Jorge und Karen Silvaunter der Leitung von "Jugend mit einer Mission" zum ersten Mal nach Bocachica und bewegt von seiner Armut und Not haben sie beschlossen, diesen Menschen zu helfen. Um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, haben sie sich entschlossen vor Ort zu wohnen. Es wurde ein Grundstück mit einem alten Steinhaus erworben und zusammen mit einem kleinen internationalen Team von Freiwilligen hat man sich an die Arbeit gemacht eine Sozialstation zu bauen. Diese Station dient als Wohn und Arbeitsort für die Leiter und Mitarbeiter. Gleich zu Anfang wurden mit einem Toilettenbauprojekt begonnen, da die Menschen dort fast keine Toiletten hatten und Aufgrund der Hygieneprobleme es viele gesundheitliche Probleme gab.
Das Projekt heute
Nach 6 Jahren Bauzeit war die Sozialstation fertig gestellt und beinhaltet Räumlichkeiten für Mitarbeiter und Teams, ein Büro, Essmöglichkeiten im Freien (Überdacht) Küche, Wohnbereich, ein Appartment für die Leiter, einen Behandlungsraum für Zahnbehandlung und ein für Allgemeinmedizin. Zur Sozialstation gehören auch eine Suppenküche, ein Krankenhaus (noch im Bau), eine Bücherei (für die Schulkinder) und ein Boot (18m langes Holzboot).
Unsere Tätigkeitsbereiche:
Hospitalboot und Krankenstation
Ganz zu Beginn der Arbeit in Bocachica konnte ein altes, 18m langes Holzboot erworben werden, das bis dahin in Gebrauch war, um Touristen zu den vorgelagerten Inseln zu bringen. Dieses Holzboot stand viele Jahre still und konnte dann endlich von dem deutschen Missionar Martin Hakenjos komplett renoviert werden. Einen Großteil der dafür eingesetzten Mittel wurde von der Firma Kübler gespendet. Heute ist dieses Holzboot soweit fertig gestellt und wartet nur noch auf den Motor, der bereits vorhanden ist. Aufgrund den notwendigen Papieren und Zollbestimmungen besonders im Land Kolumbien konnte der Motor bislang leider noch nicht nach Kolumbien exportiert werden. Wir sind jedoch voller Zuversicht, dass dies bald der Fall sein wird und das Holzboot dann Seetüchtig als Hospitalboot eingesetzt werden kann, um entlegenen Inseln mit medizinischen Einsätzen und Material versorgen kann.
Die sich schon seit vielen Jahren im Bau befindete Krankenstation in Bocachica steht kurz vor der Fertigstellung und wir freuen uns besonders auf die großzügige Spende von der Firma Kübler in diesem Jahr, die wir speziell für dieses Projekt einsetzen werden. Damit können wir den noch anstehenden Innenausbau wie Decken, Fliesen, Elektrik ect. finanzieren. Somit kommen wir unserem Ziel sehr nahe, diese Krankenstation bald voll in Betrieb zu nehmen, um vielen Menschen auf der ganzen Insel zu helfen und eine medizinische Grundversorgung zu gewährleisten.
Vielen Dank!
Martin Hakenjos
Weitere Informationen liefert der folgende Beitrag des Südkurier